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Ängste sind eine häufige Ursache für Übergewicht.

Wenn man durch Angst dick geworden ist, nützt kalorienarme Ernährung meistens nicht aus, um abnehmen zu können. Häufig ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung aufgrund der Ängste auch gar nicht durchführbar.

Das Stresshormon Cortisol ist nur einer der Faktoren, die bei Angst zu Übergewicht führen. Viele weitere Faktoren sind noch nicht ausreichend erforscht, aber die Praxis zeigt, dass sie wirksam sind.

Verschiedene Arten von Angst können zu Übergewicht führen. Die dickmachenden Ängste können individuell so unterschiedlich sein, dass die nachfolgende Liste nur als Beispiel möglicher Ängste dienen kann:

·         Angst vor Hunger

·         Angst vor Verlust

·         Angst vor Armut

·         Angst vor Bedeutungslosigkeit

·         Angst vor Ablehnung

·         Angst vor der eigenen Attraktivität

·         Angst vor der eigenen Unattraktivität

·         Angst vor Misserfolg

·         Angst vor Missbrauch

·         Angst vor Überforderung

·         Angst durch erhöhte Sensibilität

 

Je nachdem, welche Art von Angst im persönlichen Fall zum Übergewicht beigetragen hat, ist es einfach oder schwierig, das Problem zu lösen.

Bei manchen Ängsten kann es schon ausreichen, dass man sich das Problem bewusst macht und gründlich durchdenkt.

Bei anderen Ängsten braucht man möglicherweise professionelle Hilfe, um sie zu bewältigen.

Nachfolgend werden einige typische Beispiele für übergewichtsfördernde Ängste genauer betrachtet.

Angst vor der eigenen Attraktivität

Ein Beispiel für eine Angst, die man selbst in den Griff bekommen kann, könnte die Angst vor der eigenen Attraktivität sein.

Normalerweise rechnet man nicht damit, dass man vor Attraktivität möglicherweise Angst haben könnte. Doch bei vielen Menschen ist genau das der Fall. Sie haben Angst, dass sie aufgrund ihrer neu gewonnenen Attraktivität vielleicht umworben werden und fürchten sich davor, mit derartigen Avancen umzugehen. Eventuell haben sie Angst, aufgrund ihrer Attraktivität aufzufallen oder sie haben Angst, dass sie vielleicht untreu werden würden, wenn sie attraktiver wären.

Wenn man feststellt, dass man vor dem Ziel des Abnehmens, vermehrter Attraktivität, eigentlich Angst hat, dann kann man sich dieser Angst stellen. Beim Nachdenken können einem Lösungswege einfallen, wie man damit umgehen kann, wenn man vermehrt umworben wird. Sobald man zu dem Schluss gelangt, dass man trotz ungewohnter Situationen gerne attraktiver werden will, steht diese Angst dem Abnehmerfolg nicht mehr im Wege.

Angst vor Hunger

Die Angst vor Hunger ist eine geradezu klassische Angst, die zu Übergewicht führen kann.

Weil Angst vor Hunger seit Millionen von Jahren ein wesentlicher Teil des Menschen ist, ist diese Angst sehr tief im Unterbewusstsein verwurzelt.

Daher kann die Angst vor Hunger auch in uns wirken, wenn sie uns gar nicht bewusst ist.

Viele Menschen, die jetzt im mittleren Alter sind, und selbst nie Hunger erlebt haben, sind mit ständigen Erzählungen von den Hungerjahren nach dem Krieg aufgewachsen. Viele mussten sich auch von klein auf immer wieder anhören, wie sehr doch die Kinder in Afrika hungern, und dass der Teller deshalb brav aufgegessen werden muss.

Bei diesen Menschen kann das zu einer unterbewussten Angst vor Hunger geführt haben, die im Laufe des Lebens zu Übergewicht führt.

Wenn die Angst vor Hunger nicht sehr tief sitzt, kann es ausreichen, dass man sich wiederholt klar macht, dass es in Industrieländern zur Zeit keine Gefahr einer Hungersnot gibt. Daher werden auch keine übergroßen Fettspeicher im Körper benötigt.

Bei Menschen, die schon am eigenen Leib eine Hungersnot erlebt haben, mag es nicht ausreichen, sich die zur Zeit reichlich verfügbare Nahrung bewusst zu machen. Diese Menschen brauchen möglicherweise professionelle Unterstützung durch einen Psychologen, um ihr Hungertrauma zu überwinden.

Außerdem gibt es auch in den Industrieländern zahlreiche Menschen, deren Geld spätestens am Monatsende so knapp ist, dass sie berechtigte Angst vor Hunger haben. Die besonderen Probleme dieser Menschen werden im Kapitel über Armut  behandelt (siehe Seite 145).

Ängste durch Missbrauch

Wer in der Kindheit oder Jugend missbraucht wurde, trägt meistens ein schweres Trauma davon.

Die Sehnsucht nach Schutz vor weiterem Missbrauch ist oft lebenslang sehr groß, selbst wenn die objektive Missbrauchsgefahr längs vergangen ist.

Eine unbewusste Schutzmaßnahme gegen Missbrauch ist massives Übergewicht. Das Übergewicht soll wie eine Art Schutzmantel der Unattraktivität dienen.

Diese Schutzmaßnahme ist den meisten der Betroffenen nicht bewusst, aber das macht sie umso effektiver, denn das Unterbewusste ist sehr fähig darin, das Körpergewicht zu steuern.

Falls man den Verdacht hat, das eigene Übergewicht könnte auf Missbrauchserfahrungen zurückgehen, sollte man sich am besten professionelle Hilfe zur Bewältigung des Traumas holen. Die Ängste, die durch Missbrauch entstanden sind, gehen meistens zu tief, um sie alleine zu bewältigen.

Angst durch erhöhte Sensibilität

Bei manchen Menschen führt erhöhte Sensibilität zu einem vermehrten Schutzbedürfnis.

Wer sehr sensibel ist, fühlt sich vom Trubel in unseren Städten oder bei Veranstaltungen oft regelrecht angegriffen. Die vielen Menschen, die Lautstärke, die Hektik und die intensive Stimmung führen bei ihnen zu einer unangenehmen Reizüberflutung.

Bei manchen sensiblen Menschen bewirkt die Reizüberflutung Migräneattacken, Magenschmerzen oder Panikattacken.

Dicke Fettpolster stellen eine Art Schutzwall dar, der sensiblen Menschen die nötige Dickfelligkeit verleihen kann, um im Alltag zu bestehen. Der Schutz durch Fettpolster funktioniert zwar nicht bei allen Menschen, aber viele der sensiblen Menschen profitieren von der Schutzwirkung des Fettes. Das wird zwar nicht immer bewusst wahrgenommen, aber das Unterbewusste weiß davon und kümmert sich um wachsende Fettpolster.

Wer sich durch Fettpolster schützt, hat oft unbewusst Angst vor dem Abnehmen und daher auch keine dauerhaften Abnehmerfolge.

Bei dem Versuch mithilfe von Diäten abzunehmen, wird die Sensibilität durch die Kombination aus Hunger und weniger Fett oft so stark erhöht, dass die Diät meistens schnell wieder abgebrochen wird.

Doch es gibt eine gute Nachricht für Menschen, die Schutz brauchen, um mit ihrer Sensibilität klar zu kommen:

Muskeln schützen noch besser vor unerwünschter Sensibilität als Fettpolster.

Man kann also durch regelmäßiges Krafttraining systematisch die Muskeln stärken und aufbauen (siehe Seite 269).

Die Muskeln schützen nicht nur vor erhöhter Sensibilität, sondern verbrauchen auch reichlich Kalorien, sodass das Abnehmen leichter fällt.

Wer sich wegen seiner Sensibilität oder wegen seines Übergewichtes nicht zum Krafttraining in ein Fitnessstudio traut, kann auch zu Hause Kraftübungen machen (siehe Seite 283). Im Übrigen ist die Sorge unbegründet, sich wegen des Übergewichtes nicht in Fitnessstudios zu trauen. Heutzutage sind in den meisten Fitnessstudios viele übergewichtige Menschen, die dort ihre Fitness und ihr Abnehmvorhaben verwirklichen. Es kann durchaus motivieren, zu sehen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist.




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