Stress



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Stress sorgt in mehrfacher Hinsicht für Übergewicht, vor allem wenn man unter Dauerstress leidet.

Ein Grund, warum Stress das Übergewicht fördert, ist das schon beschriebene Hormon Cortisol (siehe Seite 114).

Es wird bei länger bestehendem Stress ausgeschüttet und vermehrt das innere Bauchfett.

Die Stresshormone blockieren zudem die Insulinwirkung und fördern dadurch die Insulinresistenz, was weiteres Übergewicht zur Folge hat.

Viele Menschen finden in stressigen Situationen auch Trost durch Essen.

Besonders Süßigkeiten oder fettes Naschwerk haben eine tröstende Wirkung, weil Endorphine ausgeschüttet werden, wenn man sie isst (siehe Seite 126).

Doch die Trostwirkung ist nur von kurzer Dauer. Schnell kommt die Gier auf neue Trostwirkung.

Spätestens wenn man durch viele Trostnahrung übergewichtig geworden ist, und die Hosen nicht mehr passen, wird der Stress umso größer.

Jedoch nicht alle Menschen trösten sich durch Essen. Manche Menschen verlieren ihren Appetit, wenn sie zu viel Stress haben. Sie essen dann kaum noch und nehmen ab. Dann kann sich auch das Cortisol nicht so auswirken, dass der Bauch anwächst.

Bei manchen Menschen kann sich das Essverhalten bei Stress sogar ändern. In einer Stressphase reagieren sie mit Appetitmangel und in einer anderen Stressphase mit ausgeprägten Essgelüsten.

Wenn man durch Stress übergewichtig geworden ist, hilft vermehrte Entspannung oft besser beim Abnehmen als eine Ernährungsumstellung.

Zum Stressabbau ist es möglicherweise notwendig, die Lebenssituation zu ändern. Hinterfragen Sie Ihre Situation in Beruf und Privatleben und stellen Sie fest, welche Bereiche Sie besonders stressen. Überlegen Sie dann, ob sich diese Bereiche ändern lassen.

Wenn eine Änderung der stressigen Lebensbereiche möglich ist, dann ändern Sie sie.

Falls die Änderung nicht möglich ist, erlernen Sie Techniken, um mit dem Stress besser klar zu kommen.

Geeignete Entspannungstechniken sind beispielsweise Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation.

Sehr entspannend können auch Ausflüge sein. Gehen Sie wandern, besuchen Sie ein Thermalbad oder lassen Sie sich eine Massage geben. Bewegung in der Natur wirkt sogar doppelt gegen Stress, denn die Bewegung beruhigt und der Aufenthalt in der Natur wirkt auch entspannend. Nach einer Wanderung oder einer Radtour kann man sich wie ein neuer Mensch fühlen.

Abnehm-Frust

Die Frustrierung durch das Übergewicht und eventuelle erfolglose Abnehmversuche gehören zu den Stressfaktoren, die Übergewicht begünstigen können.

Auch andere Menschen können zum Stress wegen des Übergewichtes beitragen. Viele Übergewichtige werden mehr oder weniger offen gemobbt wegen ihrer Fettpolster. Das beginnt häufig schon im Kindesalter und hört bei der Arbeit noch lange nicht auf.

So kommt es häufig zu einem Teufelskreis aus Stress durch das Übergewicht und Übergewicht durch den Stress.

Als Außenstehender sollte man Übergewichtigen keinen zusätzlichen Stress wegen ihres Körpers machen. Das sollten sich vor allem diejenigen zu Herzen nehmen, denen es um das Wohl bestimmter übergewichtiger Menschen geht, beispielsweise Familienmitglieder.

Wenn man selbst von Übergewicht betroffen ist, hilft es, möglichst entspannt mit der Situation umzugehen. Auch mit Übergewicht ist man ein wertvoller Mensch. Abnehmen dient nicht dazu, ein besserer Mensch zu werden, sondern nur dem ästhetischen Empfinden und eventuell der Gesundheit.

Abnehmziele sollten möglichst gering und mit realistischen Chancen gesetzt werden. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man seine Ziele erreicht und zufrieden mit sich ist. Zumal langsames Abnehmen besser für die Gesundheit, den straffen Körper und den dauerhaften Erfolg ist.

Wenn man ein Abnehmziel erreicht hat, kann man sich ja ein neues Ziel setzen, falls das erreichte Gewicht noch nicht seinen Endvorstellungen entspricht.




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