Hunger



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Wenn man abnehmen will, braucht man nicht permanent zu hungern, auch wenn das von vielen befürchtet wird.

Wer ständig hungrig ist, nimmt meistens schneller ab, als der Körper verträgt (siehe "Hungerstoffwechsel" ab Seite 73).

Außerdem bewirkt der ständige Hunger bei den meisten Menschen Frustgefühle, die dafür sorgen, dass man die Hungerernährung möglichst schnell abbricht.

Der Hunger ist einer der stärksten Triebe des Menschen. Wenn Essen verfügbar ist, kann ein normaler, hungriger Mensch diesem Essen kaum über einen langen Zeitraum widerstehen. Das ist ein wichtiger Grund für das Scheitern der meisten strengen Diäten.

Nur wenige Menschen gewöhnen sich so stark an ständigen Hunger, dass er zur Sucht wird. Dann entsteht die Krankheit Magersucht, die noch erheblich gesundheitsschädlicher als leichtes Übergewicht ist.

Viele diäterfahrene Menschen leben in einem ständigen Wechsel aus Hungersnöten und üppiger Nahrungsversorgung. In der Überzeugung, dass man hungern muss, um schlank zu werden, setzen sie sich monatelangen Hungerkuren aus, bis das Wunschgewicht oder die Frustgrenze erreicht ist. Dann wird wieder vermeintlich normal gegessen, d.h. mit vielen kalorienreichen Nahrungsmitteln, bis das Gewicht vor der Diät überschritten wird. Nach einer Weile wird die nächste Diät begonnen. Diese Menschen kennen regelmäßigen Hunger sehr gut und setzen ihn zu ihrem größtmöglichen Schaden ein.

Leichter Hunger vor den Mahlzeiten

Im Gegensatz zu ständigem Hunger, sogar nach den Mahlzeiten, ist leichter Hunger vor den Mahlzeiten durchaus förderlich für das Abnehmen.

Eigentlich ist es völlig normal, dass man vor einer Mahlzeit etwas Hunger verspürt. Mit leichtem Hunger im Vorfeld schmeckt das Essen oft besonders gut.

Doch der Hunger vor dem Essen ist bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten.

Durch große Portionen und Zwischenmahlzeiten halten sie sich in einem ständigen Zustand der leichten Sättigung. Der Zeitpunkt der nächsten Hauptmahlzeit wird von der Uhr oder dem Appetit bestimmt.

Dabei kann leichter Hunger vor den Mahlzeiten der Schlüssel zum erfolgreichen Abnehmen sein.

Doch der Hunger sollte wirklich nur leicht sein und auch erst etwa eine Stunde vor der Mahlzeit einsetzen.

Dieses Maß an Hunger ist für die meisten Menschen leicht auszuhalten, zumindest, wenn man sich daran gewöhnt hat. Es kann sogar ein angenehmes Gefühl der Leichtigkeit sein, kombiniert mit Vorfreude auf die Mahlzeit.

In der Hungerphase vor der Mahlzeit hat der Körper Gelegenheit, auf seine Fettpolster zurückzugreifen. Dies ist die beste Zeit zum Abnehmen.

Auch abends vor dem Schlafengehen sollte der Magen weitgehend geleert sein. Das kann mit einem leichten Hungergefühl einhergehen, aber es sollte wirklich nur leicht sein.

Mit leerem Magen kann man die ganze Nacht über abnehmen. Dadurch hat man acht Stunden täglich, in denen sich der Körper aus seinen Fettreserven bedient (siehe auch "Abendessen" Seite 233).

Manche Menschen sind davon überzeugt, mit leerem Magen nicht schlafen zu können. Doch die meisten Menschen schaffen das problemlos, wenn sie dazu bereit sind und sich daran gewöhnt haben.

Nur wenige Menschen wachen nachts auf, wenn sie hungrig sind.

Die allermeisten Menschen schlafen sehr gut mit leerem Magen, sogar besser als wenn sie eine schwere Mahlzeit verdauen müssen.

Wenn der Körper erfolgreich auf die Fettpolster zugreift und mit ihrer Hilfe die Glykogenspeicher auffüllt und die Reparaturarbeiten am Körper durchführt, ist man morgens häufig sogar relativ satt, bis sich der Frühstückshunger meldet.

Man schläft also hungriger ein als man morgens aufwacht.

Entstehung des Hungers im Körper

Wie die Sättigung wird auch das Hungergefühl durch mehrere Faktoren gesteuert.

Ein Faktor für Hunger ist ein leerer Magen. Das Gefühl eines leeren Magens wird als grundsätzliches Hungergefühl wahrgenommen. Manchmal kann man den leeren Magen sogar hören, denn wenn die Magensäure im leeren Magen durchgeknetet wird, entstehen Geräusche, das Magenknurren.

Wichtiger für das Hungergefühl ist jedoch der Blutzuckerspiegel. Wenn der Blutzuckerspiegel niedrig ist, wird dem Gehirn (Hypothalamus) gemeldet, dass Nahrungsbedarf besteht. Daraufhin wird das Bewusstsein darüber informiert, dass man hungrig ist.

Ein wichtiger Übermittler von Hungergefühlen ist das Hormon Ghrelin.

Es wird bei Hunger vor allem in der Magenschleimhaut hergestellt. Ein Teil des Ghrelins wird auch in speziellen Zellen der Bauchspeicheldrüse und im Hypothalamus im Gehirn hergestellt.




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