Schilddrüsenhormone



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Die Schilddrüse und ihre Hormone haben einen starken Einfluss auf die Aktivität des Stoffwechsels.

Für den Energiestoffwechsel gibt es zwei Schilddrüsenhormone und zwar T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin oder Tetraiodthyronin), die beide relativ ähnlich wirken und daher meistens zusammengefasst als Schilddrüsenhormone bezeichnet werden.

Beide Schilddrüsenhormone enthalten viel Jod und brauchen daher auch Jod zur Produktion. In Gegenden, die fern des Meeres liegen, kann es zu Jodmangel kommen, der die Schilddrüse zum Kropf anwachsen lässt. Zu viel Jod kann die Schilddrüse jedoch durcheinander bringen, sodass bei manchen Menschen eine Überempfindlichkeit gegen Jod entstehen kann. Daher ist die Jodierung von Speisesalz und anderen Grundnahrungsmitteln eine problematische Maßnahme.

Für die Schilddrüsenhormone spielt das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierende Hormon = Schilddrüsen stimulierendes Hormon) eine wesentliche Rolle, denn es fördert die Produktion und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone. TSH wird in der Hypophyse im Gehirn gebildet.

Die Schilddrüsenhormone steigern die Aktivität des Stoffwechsels, erhöhen den Blutdruck, die Pulsfrequenz und die Körpertemperatur.

Bei dauerhaft viel Schilddrüsenhormonen im Körper, sind die Menschen meistens sehr aktiv und schlank. Eine Schilddrüsenüberfunktion, bei der zu viel Schilddrüsenhormone produziert werden, ist jedoch eine potentiell bedrohliche Erkrankung, weil der Blutdruck sehr stark ansteigen kann.

Normale Schilddrüsen-Laborwerte

Nachfolgend die normalen Schilddrüsen-Hormon-Blutwerte:

·         T3 (Trijodthyronin)                              2,0 - 4,4 ng/l

·         T4 (Thyroxin)                                      9,3 - 17 ng/l

·         TSH                                                     0,27 - 4,2 mIU/l

Schilddrüsen-Unterfunktion

Eine unbehandelte Unterfunktion der Schilddrüse kann erhebliches Übergewicht bewirken und das Abnehmen fast unmöglich machen.

Schilddrüsen-Unterfunktionen sind dabei keine seltene Erkrankung, sondern kommen bei etwa einem Viertel aller Frauen über 40 vor, wenn auch meist in leichter Form. Jüngere Frauen und Männer haben deutlich seltener Schilddrüsen-Unterfunktionen.

Die klassischen Symptome einer Schilddrüsen-Unterfunktion sind:

·         Übergewicht

·         Müdigkeit

·         Depressionen

·         Konzentrationsstörungen

·         Niedriger Blutdruck

·         Verstopfung

·         Ödeme

·         Trockene Haut

·         Kälteempfindlichkeit

·         Zyklusstörungen bei Frauen

 

Bei einer leichten Unterfunktion der Schilddrüse kommt es manchmal nur zur Gewichtszunahme, die anderen Symptome fehlen ganz oder teilweise. Der niedrige Blutdruck tritt manchmal nicht in Erscheinung, weil er durch den übergewichtsbedingten erhöhten Blutdruck ausgeglichen wird.

Wenn man stark zunimmt, ohne sich die Gewichtszunahme durch Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel erklären zu können, und außerdem viel müde und depressiv verstimmt ist, sollte man unbedingt seine Schilddrüsenwerte ärztlich untersuchen lassen.

Eine sorgfältige Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion kann nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern verhilft auch zu neuer Aktivität und besserer Stimmung.

Wenn vom Arzt eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde, sucht man am besten einen Facharzt für Endokrinologie (Hormonkrankheiten) auf. Die korrekte Einstellung der Schilddrüsen-Hormone ist nämlich Erfahrungssache. Weder zu viel noch zu wenig Schilddrüsenhormone als Medikament bringen die erwünschte Wirkung.

Schilddrüsenhormon-Resistenz

Bei den Schilddrüsen-Hormonen gibt es ein ähnliches Phänomen wie beim Insulin: eine Resistenz.

Bei einer Schilddrüsenhormon-Resistenz funktionieren die Schilddrüsenhormone nicht mehr richtig.

Obwohl der Spiegel der Schilddrüsenhormone normal ist, kommt es zu Beschwerden wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Bei einer Blutuntersuchung kann man eine Schilddrüsenhormon-Resistenz daran erkennen, dass das Hormon TSH erhöht ist. Die Hypophyse im Gehirn merkt nämlich, dass die Funktion der Schilddrüsenhormone nicht ausreicht. Daher produziert sie immer mehr TSH, um die Produktion der Schilddrüsenhormone anzukurbeln.

Eine Schilddrüsenhormon-Resistenz kann durch eine Östrogen-Dominanz verursacht werden (siehe Seite 119).

Als Behandlung hilft daher die Gabe von natürlichem Progesteron entweder als Kapsel oder als Creme (siehe Seite 121).

Diese Form der Behandlung scheint auf den ersten Blick seltsam, weil man bei Problemen mit der Schilddrüse eher an eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen denkt. Doch Progesteron wirkt besser, weil es direkt die Ursache der Schilddrüsen-Resistenz behandelt.

Bisher ist das Phänomen der Schilddrüsenhormon-Resistenz nicht allen Ärzten bekannt und auch nicht die Behandlung durch Progesteron.

Hashimoto-Thyreoiditis

Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die meistens eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge hat. Zuerst kommt es jedoch häufig zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Dadurch ergibt sich oft ein verwirrendes Krankheitsbild.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich das eigene Immunsystem gegen die Schilddrüse, es handelt sich also um eine Autoimmunkrankheit.

In manchen Fällen wird die Hashimoto-Thyreoiditis durch hohe Gaben von Jod ausgelöst. In der Folge leiden die Betroffenen häufig unter einer Jod-Unverträglichkeit und müssen Jod in der Nahrung meiden. Ob jodierte Nahrung auch als Auslöser einer Hashimoto-Thyreoiditis wirken kann, wird zur Zeit noch diskutiert.

Offenbar wird die Neigung zur Hashimoto-Thyreoiditis vererbt. Sie kommt jedoch nicht bei jedem Menschen zum Ausbruch, der eine Veranlagung zur Hashimoto-Thyreoiditis hat.

Oft bricht die Hashimoto-Thyreoiditis in belastenden Situationen aus. Das können äußerliche Belastungen oder auch hormonelle Umstellungsphasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre sein. Auch manche Erkrankungen können möglicherweise eine Hashimoto-Thyreoiditis auslösen.




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